Herpesviren bei Katzen

Das feline Herpesvirus kann vor allem geschwächten Katzen gefährlich werden

Ein wahrhaftiger Feind der Atemwege unserer Lieblingstiere ist das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV 1) – Im englischen Sprachgebrauch hört man gelegentlich auch noch die ältere Bezeichnung FVR (felines Rhinotracheitisvirus). Das Virus ist eines der Primär-Erreger des Katzenschnupfens und die häufigste Ursache für Erkrankungen der oberen Atemwege bei Katzen.

Besonders empfänglich sind ungeimpfte Kätzchen unter 3 Monaten und immungeschwächte ältere Tiere. Nach der Infektion (über Sekrete oder indirekt durch kontaminierte Spielzeuge, Futternäpfe oder ähnliches) können 2 bis 10 Tage vergehen, bis sich erste Symptome bemerkbar machen. Das Herpesvirus breitet sich vom Nasen- in den Rachenraum und die oberen Atemwege aus. Auch die Lidbindehäute können betroffen sein.

Sobald du Anzeichen einer Erkrankung bei deiner Samtpfote bemerkst, solltest du schnell handeln und einen Tierarzt aufsuchen. Zudem musst du bei mehreren Haustieren darauf achten, dass die Lieblinge sich nicht gegenseitig anstecken. Nach Erkrankung bleibt der Stubentiger minimal noch 3 Wochen lang ansteckend. Das Virus verbreitet sich hauptsächlich über das Augen- und Nasensekret sowie den Speichel.

Nach dem Abklingen der Symptome kann sich der Herpeserreger während der so genannten „Ruhezeiten“ immer noch in einem der Gehirnnerven (Nervus trigeminus) verbergen. So wird die gesunde Katze zur Hauptinfektionsquelle für andere Katzen. Die latent infizierten Tiere scheiden das Virus in Folge von Stresssituationen (Geburt, Laktation, Ausstellung, Umgebungsveränderungen, Kortisonbehandlung) oder spontan noch über Jahre hinweg wieder aus.

Um andere Haustiere zu schützen solltest du das Umfeld deines Lieblings regelmäßig reinigen. Handelsübliche Desinfektionsmittel wie Alkohole, Halogenverbindungen, Phenolderivate, Aldehyde und Wasserstoffperoxid sind gut wirksam gegen Herpesviren. Stoffe und Schmusekissen kannst du auch in die Waschmaschine geben – Temperaturen über 15°C machen die Viren innerhalb weniger Stunden unschädlich. Aber Achtung, bei niedrigeren Temperaturen können die Viren monatelang infektiös bleiben.

Die Behandlung richtet sich nach Symptomen und Schweregrad der Erkrankung.

Krankheitsbild & Diagnose

Besonders tragisch wirkt das Virus bei kleinen Katzenbabys, auch wenn nicht jedes Geschwisterchen eines Wurfes gleich schwer von den Symptomen betroffen ist. Vor allem Kätzchen während der Wochen des Abstillens sind anfällig für eine Erkrankung. Die Infektion mit felinen Herpesviren führt vor allem zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), die sich durch Niesen und Nasenausfluss äußert und bzw. oder einer Entzündung der Lidbindehäute (Konjunktivitis). Nach wenigen Tagen nur leichter Erkältungssymptome wird der Nasenausfluss meist schleimig-eitrig und die erkrankten Tiere können nur noch schwer atmen.

Für einige von ihnen bringt eine Spontanheilung nach 10 bis 14 Tagen die Erlösung. Bei weniger glücklichen Katzen breitet sich die Infektion auf die Maulhöhle und Zunge, den Rachenraum sowie Nasenhöhlen, Luftröhre und Lunge aus. Die durch das Virus hervorgerufenen Entzündungen werden zudem häufig durch bakterielle Sekundärinfektionen verschlimmert. Es bilden sich Bläschen und sehr schmerzhafte Verletzungen an Zunge, Gaumen und Zahnfleisch.

Hinzu kommt in den meisten Fällen hohes Fieber und Husten. In der Regel fressen und trinken die geplagten Samtpfoten dann auch nicht mehr. Das Resultat ist Gewichtsverlust, Austrocknung und Schwäche. Für junge und immungeschwächte Katzen kann eine Herpesvirus-Infektion durchaus tödlich enden. Aber auch bei einer Genesung kann die Erkrankung schwere Folgeschäden mit sich bringen. Bei der Entzündung der Lidbindehäute kann die Hornhaut in Mitleidenschaft geraten. Dabei entstehen schmerzhafte, linienförmige bis großflächige Hornhautverletzungen, die von einwachsenden Gefäßen begleitet werden können. Die Verletzungen (Geschwüre) bleiben im günstigen Fall oberflächlich, können sich aber auch rasch in die Tiefe ausweiten und im schlimmsten Fall zu irreversibler Erblindung der Katze führen.

Behandlung & Vorbeugung

Die Behandlung richtet sich nach Symptomen und Schweregrad. Bindehautentzündungen werden mit Augentropfen und wenn nötig mit Antibiotika behandelt. Verklebungen und Verwachsungen von Lidern und Hornhaut müssen chirurgisch behandelt werden (es besteht aber trotz Operation ein Risiko für die Entstehung von neuen Verklebungen).

Allgemein empfiehlt sich die jährliche Auffrischungsimpfung gegen feline Herpesviren nach der Grundimmunisierung im Alter von 8, 12 und 16 Wochen. Wegen dem hohen Ansteckungsrisiko sollten vor allem Katzen mit Freigang, bei Aufenthalten in Katzenpensionen, in Mehrkatzenhaushalten und bei Ausstellungen gegen das Herpesvirus geimpft werden.




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